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Hope's Weihnachtsgeschichte

Mein Name ist Hope, ich bin eine kleine Agoutirennmaus und erzähle euch hier wie ich nach Tirol gekommen bin.

Also.. Wir hatten unser kleines Reich in einem Glaskasten auf Sand, ein paar einzelne Häuschen und natürlich viel Spaß beim Spielen. Alles war so toll! Es dauerte jedoch nicht lange, da wurde uns richtig, richtig langweilig. Irgendwie konnten wir hier keine Gänge graben und uns ein Nest bauen. Es war kalt und unbequem, wir kuschelten uns immer ganz eng zusammen. Am liebsten knabberten wir am Holz herum, denn das war die einzig sinnvolle Beschäftigung. Aber auch das wurde uns natürlich bald langweilig. So fingen wir an untereinander zu streiten, denn wir waren voller Energie und es war einfach zu wenig Platz um sich aus dem Weg zu gehen… Zudem wurde unser Fell von Tag zu Tag fettiger und unsere Haare stellten wir auf als hätten wir in eine Steckdose geschnuppert. Ich wusste damals nicht, dass der Sand auf dem wir lebten Vogelsand war und unser Fell kaputt machte. Auch unsere Füße taten auf dem weichen Sand mit der Zeit wie die Hölle weh. Unsere damalige Besitzerin dachte wohl, Wüstenrennmäuse leben in der Wüste… Es war alles so traurig, denn mein großer Bruder Thor übernahm die Spitze unseres Clans und wollte, dass meine zwei kleinen Schwestern unser Reich verlassen, denn sie waren schon sehr schwach und konnten kaum noch Körnchen knacken… Er fing an sie zu jagen und zeigte ihnen sie sollen verschwinden… aber ich weiß, man kommt da nicht einfach aus diesem Glaskasten. Ich stellte mich oft dazwischen, jedoch nützte alles Nichts… Eines Morgens lagen beide blutig im Sand… Das Bild geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ihr müsst wissen, ich nehme es meinen Bruder nicht übel, denn das ist bei uns Rennmäusen leider so üblich, da kranke Tiere ja einen Raubvogel anlocken könnten und so verjagt werden müssen. Nur einen Tag später traf es den nächsten Rennmausbub, auch er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und lag regungslos vor dem Futternapf. In diesem Moment bekam ich Panik, denn seit gestern fing ich auch an etwas zu Husten und hatte keinen Hunger mehr. Unsere Besitzerin war sehr aufgeregt, sie sah oft zu uns in den Glaskasten und ich hoffte nur sie tut diesen Sand hinaus. Überall war das Fett unseres Fells an den Glaswänden, sodass man kaum nach draußen schauen konnte. Meine zwei Brüder wollten in der Nacht nicht mehr bei mir schlafen, so blieb mir nichts anderes über als im Sand zu liegen. Es war wohl die kälteste Nacht meines Lebens. Thor hatte mir als Warnung in die Nase gebissen, ich würde also nicht mehr versuchen mich irgendwie zu nähern.

Der nächste Morgen, ich sag`s euch, eigentlich wollte ich gar nicht aufstehen, aber es war so viel Unruhe in der Luft. Überall klapperte es in der Wohnung. Unsere Frau öffnete den Glaskasten und fing uns hektisch ein. Ich war natürlich die Langsamste, da ich noch sehr müde war. Sie steckte uns in eine kleine Box auf Plastik. Was war nur los? Es klingelte, aus Angst kuschelten wir uns zusammen. Eine junge Frau öffnete kurz danach die Box, sie sah uns traurig an, das konnte ich sehen. Nur einen kurzen Moment später war ich in der nächsten Plastikbox, aber hier war es aber wunderschön. Weiches Zeugs zwischen meinen Zehen. Es war wie der Himmel auf Erden. Auch meine zwei Brüder waren so perplex, dass sie mich einfach wieder wie damals behandelten. Wir landeten in so einem Motordings zusammen mit unserem Glaskasten. Wir wuselten wie wild umher und versuchten uns einzubuddeln. Ich und mein Bruder piepten laut, weil Thor uns die ganze Zeit auf den Füßchen herumgetreten war. Hier war es warm, zwar wackelig und laut, aber trotzdem besser als in dieser Sandhölle. Ich döste langsam ein. Als ich die Augen öffnete sah ich kurz Schnee und dann plötzlich starrten mich zwei Kinderaugen durch die Box an. Wer war denn das? Ich war aber schon wieder sehr müde, deswegen war ich gar nicht so neugierig wie sonst auch.

Eine Zeit lang später - es war mittlerweile schon dunkel geworden - da sah ich ein junges Mädchen das uns anlachte, ihre Hände waren ganz rot so kalt war ihr anscheinend. Ich war so aufgeregt, schon wieder ein neues Gesicht. Wir waren alle schon sehr ausgelaugt und hofften bald aus diesem Plastikdings zu kommen… So war es dann auch. Handschuhe holten uns heraus, drehten uns auf den Rücken und wir waren schon wieder in einem Plastikdings… Hier war es so hell und warm wie die Sonne. War jetzt alles zu Ende? Sind wir schon im Himmel? Nein, nein.. Eine große Lampe schien uns in unsere Gesichter. Wir wuselten herum, wollten immer näher an die Wärme und das Licht. Plötzlich fing Thor an meinen Bruder und mich vertreiben zu wollen. Ich hatte solche Angst. So schnell konnte ich nicht schauen, da war ich plötzlich alleine in einem Glaskasten. Aber ich war nicht traurig, denn hier gab es so viel weiches Zeugs. Stroh, feiner Sand und sogar mein eigenes Häuschen. Ich hätte am Liebesten alles 20 Mal erkundet, aber ich war so schwach. Ich saß einfach nur an diesem hellen Licht, es war so wunderschön dort. Einfach nur warm. Handschuhe holten mich kurz darauf wieder heraus, ich hatte Angst. Sie packten mich so, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte. „Hilfe, ich will doch zurück in die Sandhölle, lasst mich los.“ Auf meiner Zunge auf einmal der widerlichste Geschmack meines Lebens. Es war so bitter, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Darauf saß wieder in meinem Glaskasten. Ich war so müde, dass ich gar nicht mehr lange nachdenken konnte war passiert war. Sehr traurig war ich, hier war es so schön, aber ich zweifelte, dass ich den nächsten Morgen und das neue Leben je sehen werde. So schlief ich fest ein.

Mitten in der Nacht -ich blinzelte, sah besorgte grüne Augen. Sie sahen mich lange an. Ich spürte langsam wie ich wieder bisschen Kraft bekommen habe und roch neue interessante Gerüche. Langsam schleppte ich mich in die Richtung woher der Duft kam. Kräuter und Samen, die ich noch nie gesehen hatte. Ich griff dennoch gleich zu gepufften Reis, den kannte ich von früher. Ich fraß die ganze Nacht immer wieder und kostete auch mal diese guten Samen. Ich sag nur „Wow“. Der nächste Morgen kam schnell und ich fühlte mich wie neugeboren. Zwar bekam ich wieder dieses bittere Zeug, aber danach fing mein Bauch immer so zu grummeln an, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Ihr futterte buchstäblich wie ein Scheunendrescher. Habt ihr gewusst, dass es Laufräder gibt? Da kann man rennen so viel man möchte! Von meinem Glaskasten aus sehe ich so viele andere Rennmäuse. Die haben ihr Reich voll mit Gängen. Der absolute Traum einer Maus! Ich hoffe bald ich kann dort auch hinein und vielleicht, wenn ich wieder gesund bin mit einer neuen Freundin… Das wär`s! Sicher vermisse ich meine Brüder, ich sehe sie aber von meinem kleinen Reich aus. Wahnsinn, dass ich so weit nach Tirol, so hieß es hier, gekommen war. Ich bin so glücklich und baue mir gerade ein feines Nest…


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